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Pfarreienrat

„Haben sie den Gorilla gesehen“? Die Frage stand im Raum, nachdem die Mitglieder des Pfarreienrates den Film „Das Gorilla-Experiment“ gesehen hatten.

Manche hatten ihn gesehen. Andere waren so sehr mit einer Aufgabe beschäftigt, dass sie ihn übersehen hatten.

Um das genaue „Hin-sehen“ ging es beim Impulstag des Pfarreienrates Ende Oktober. Die Synode im Bistum Trier hatte den „Perspektivenwechsel“ als einen der Grundsätze formuliert, mit denen die Gemeinden arbeiten sollen. Konkret sollte dies durch Erkundungen in vier Gruppen werden. So machten sich die Delegierten * aus den vier Gemeinden der Pfarreiengemeinschaft zu spannenden Begegnungen auf den Weg.

Die erste Gruppe blieb im Elisabethkrankenhaus, dem Tagungsort und erfuhr von Krankenhaus- und Gefängnisseelsorger Klaus Hamburger, dass viele Menschen auf die Begegnung mit der Kirche warten. „Auch das Krankenhaus ist Kirche. Jeder Mensch ist ein Tabernakel, in dem wir Gott begegnen.“

Zu den Orten der Jugend brach die zweite Gruppe auf. Jugendpfleger Stefan Amstadt führte z.B. unter die Raiffeisenbrücke, wo Jugendlichen ein Platz der Begegnung geschaffen wurde und Graffitis von ihrem Leben erzählen. Hoffnung macht der Neubau des Jugendzentrums. Probleme bereiten Jugendliche vor der Matthiaskirche.

Hilde Janzing-Schanz berichtete im Job-Center von ihrer Arbeit. Wie die Armut, die Flucht das Leben prägen und verhindern, dass normales gesellschaftliches Leben nicht stattfinden kann. Ohne Arbeit, ohne Geld ist man Außenseiter.

Einen ganz anderen Blickwinkel eröffnete die City-Managerin Silke Steuer. In der Neuwieder Innenstadt spiegelt sich die gesellschaftliche Entwicklung wider: es gibt vornehmlich Geschäfte im unteren und im hohen Preissegment. Die Geschäftsleute wünschen sich aber mehr „normales“ Publikum. Aber das wandert in andere Städte und Outlet-Center ab.

Vier Blickwinkel auf ein- und dieselbe Stadt. Vier unterschiedliche Blickrichtungen. Und: was bedeutet das für unsere Pfarreiengemeinschaft, für unsere zukünftige Arbeit?

Dieser Frage gingen die

Delegierten am Nachmittag zusammen mit Synodensekretär Christian Heckmann nach. Er war aus Trier angereist, um auf dem Hintergrund der Synodenbeschlüsse die Erfahrungen des Morgens zu bündeln. Selten hat der Pfarreienrat so konzentriert und inhaltlich dicht gearbeiet wie in diesen beiden Stunden. Das lässt sich natürlich nicht umfassend darstellen. Ein paar Schlagworte aber können die Überlegungen umreißen: Jugendliche finden wir nur, wenn wir uns auf die Suche nach ihnen machen

In der Stadt sind vor allem Jugendliche aus „prekären“ Verhältnissen unterwegs: das führt zu Konflikten

Haben wir die Vielfalt der Menschen im Blick? Ist uns klar, dass es in Neuwied 9800 „Bedarfsgemeinschaften“ gibt?

Haben wir „alle“ im Blick! Gehen wir mit Einfühlungsvermögen und Wertschätzung auf die Menschen zu?

Strukturen müssen aufgebrochen werden

Unterstützung von kreativen Ideen und Aktionen

Offene Sonntage und Sonntagskultur

Wie schaffen wir ein attraktives Umfeld

Was verstehen die Menschen unter Seelsorge

Seelsorge an Kranken und Gefangenen: eine Gemeindeaufgabe?

An der Seite der Menschen stehen

Seelsorge soll/kann interkonfessionell und interreligiös sein. Am Nachmittag war dann die ganze Pfarreiengemeinschaft bei Kaffee und Kuchen zur Vorstellung von Überlegungen und Ergebnissen eingeladen. Christian Heckmann stellte dabei vor heraus, dass wir uns als Gemeinden viel stärker als bisher mit anderen „vernetzen“ müssen, um in den Räumen, in denen wir leben, mehr und vor allem „Neues“ bewirken zu können. Es wird darum gehen das Wort Jesu vom „Leben in Fülle“ ganz konkret umzusetzen- damit die Gemeinde der Zukunft eine „lebensspendende“ Gemeinde wird und bleibt.

Im abschließenden Gottesdienst im Foyer des Elisabethkrankenhauses wurde auch noch einmal deutlich, was Perspektivwechsel und hin-schauen bedeutet, indem die unterschiedlichen Akteure des Evangeliums vom Zöller Zachäus zu Wort kamen.

Wie geht es weiter? Es wird, es muss weitergehen. Alle Verantwortlichen und Gremien werden neue Schritte in die Zukunft wagen müssen. Der Impulstag war ein guter Beginn!


Der Pfarreienrat der Pfarreiengemeinschaft Neuwied - Dem Pfarreienrat gehören neben den delegierten Mitgliedern auch die Seelsorgerinnen und Seelsorger an sowie Frau Beate Knuffmann (KitagGmbH)


Mitglieder des Pfarreienrates

die Namen der Delegierten:

St. Bonifatius

Elisabeth Bohr
Michael Hommer
Fabian Schulz

St. Matthias

Hilde Janzing-Schanz (stellv. Vors. Pfarreienrat)
Roswitha Klein
Nina Maurer

St. Michael

Elisabeth Hannappel
Wolfgang Stollhof (Vors. Pfarreienrat)
Pia Schmitz

St. Peter und Paul

Karin Heinemann-Schulz (Beisitzerin)
Ruth Solbach (Beisitzerin)
Manfred Wertgen


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